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Die Borderlinestörung in der Praxis- Warum sie so schwierig zu behandeln ist

In der Borderline-Therapie geht der Trend einheitlich immer mehr zur individuellen "Störungsspezifischen Psychotherapie". Psychologen und ärztliche Psychotherapeuten zeigen an einer kleinen, aber intensiven Studie mit Borderline-Patienten, dass es wichtig ist, dass der Psychotherapeut seine Methode besonders auf den einzelnen Patienten ausrichtet:
 
Kaum eine psychische Störung regt so sehr zu Diskussionen an wie die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS, ICD-10: F.60.31, Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ, DSM-IV: 301.83).Kaum eine Störung sorgt für mehr Diskussionsstoff unter Spezialisten und unter Laien. Alle reden mit. Aber kennen sich wirklich alle aus?
Die Krankeit ist wie ein "Branding"- ein "Brandmal" das man den Patienten bereits auferlegt hat, wenn man nach dem Erstgespräch in der Karteikarte die Diagnose "Anpassungsstörung " vermerkt. Man schädigt sie zeitlebens. Die Diagnose wandert von Arzt zu Arzt, von Kasse zu Kasse , von Klinik zu Klinik - irgendwann ist man dann der "Borderliner" .
Den Therapeuten ist das meistens nicht so sehr bewusst, wenn sie zunächst von einer "Anpassungsstörung" ausgehen. Die Diagnose durchzieht sich ein Leben lang durch die Akten der Patienten. Sie sind vorgestempelt und werden  in vielen Kliniken ungern gesehen . Deshalb sollte man von Anfang an mit beiden Diagnosen sehr vosichtig umgehen.
 
Borderliner sprengen jedes Team. Sie faszinieren anfangs, aber mit der Zeit öden sie den Thzerapeuten an, denn sie sind anstrengend, es geht wenig voran, außer die ewige Wiederholung der Instabilität , wie z.B. Oben- Unten- Denken. Ich bin großartig(nur die andern sind schuld).Ich bin nichts wert( ich bin schuld- ich möchte tot sein- ich halte den inneren Druck nicht mehr aus- ich externalisiere). Borderliner fehlern auch häufig in der Therapie- auch deshalb sind sie ungern gesehene Therapiepatienten.
Typisch für die Borderline-Persönlichkeitsstörung sind schwere Beziehungsstörungen(die aus der Kindheit herrühren), wobei die Betroffenen ein enormes Schwarz-Weiß-Denken zeigen (Spaltung) und leicht außer sich vor Wut geraten. Ihre Beziehungen sind zwar brüchig, jedoch sind gerade die nahen Beziehungen sehr intensiv, denn die Patienten idealisieren ihr Gegenüber stark oder sie "verteufeln" den anderen - typisch dabei ist, dass diese Seiten sehr schnell wechseln können.
 Viele Patienten verletzen sich selbst oder sind suizidal. Die meisten Borderline-Patienten berichten von einer traumatischen Kindheit, in der oft auch sexuelle Übergriffe stattgefunden haben. Nicht immer ist es leicht, die Diagnose zu stellen - oft wird sie erst offensichtlich, wenn sich typische Beziehungsschwierigkeiten in der psychotherapeutischen Beziehung bemerkbar machen.
Als störungsspezifische Therapieverfahren der Borderline-Störung gelten die verhaltenstherapeutischen Verfahren "Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT)" und die "Schema-fokussierte Psychotherapie (SFT) sowie die zwei psychodynamisch orientierten Methoden "Übertragungs-fokussierte Psychotherapie (Transference-Focused Psychotherapy, TFP)" und die "Mentalisierungs-basierte Therapie (MBT)" .(Sollberger & Walter 2010).
Diese Autoren analysierten die Therapiesitzungen von fünf Borderline-Patientinnen, die sich aufgrund einer Krise in einer stationären Behandlung befanden. Die Patientinnen waren 26 (Patientin 1), 31 (Patientin 2), 29 (Patientin 3), 35 (Patientin 4) und 41 Jahre (Patientin 5) alt. Alle nahmen Medikamente gegen Depressionen oder bipolare Störungen ein. Sie erhielten 6 Monate lang 3-mal pro Woche eine individuelle psychodynamische Therapie (Psychodynamic Therapy, PDT). Die Therapeuten wurden darin geschult, die Therapie entsprechend eines Manuals von Otto Kernberg und Kollegen aus dem Jahr 1989 durchzuführen. Die wichtigsten Therapietechniken sind hier die Klarifizierung, Konfrontation und Übertragungsdeutung. Diese Methode ist die Ursprungsform der späteren, detaillierteren Übertragungsfokussierten Psychotherapie (Transference focussed Psychotherapy, TFP von Clarkin et al. 2006).
Das Supervision-Team kodierte die Sitzungen aller fünf Patientinnen, um das Vorgehen der Therapeuten zu untersuchen. Insgesamt kodierte das Team 127 Therapiesitzungen . Aus diesen Kodierungen ließen sich vier Interaktionsstrukturen ablesen, die in jeder Therapie vorkamen. Die Autoren klassifizierten diese Strukturen so (verkürzt): Interaktiosstruktur (IS) 1 = kollaborative Beziehung mit supportiven Elementen; IS 2 = empathisches Eingestimmtsein des Therapeuten auf seinen Patienten; IS 3 = erotisierte Beziehung, reflektiert die Versuche des Patienten, mit dem Therapeuten emotional intim zu werden; IS 4 = direktiver Therapeut und gut mitarbeitender Patient.
Die psychische Anspannung ließ bei allen drei Patientinnen nach
Die Autoren erwarteten, dass die psychische Anspannung der Patientinnen über die Zeit nachlassen würde. Das Ergebnis bestätigt ihre Hypothese: Die drei untersuchten Patientinnen reagierten positiv auf die sechsmonatige stationäre Behandlung, wobei jede Psychotherapie ein eigenes Interaktionsmuster aufwies. Es zeigte sich eine mittlere Effektstärke, wobei die stärkste Verbesserung bei der Patientin zu sehen war, der es zu Beginn der Studie am schlechtesten ging (Patientin 5). Alle fünf Therapeut-Patienten-Beziehungen unterschieden sich deutlich in ihren Interaktionsmustern. Die Autoren folgern daraus: Was Patient "X" hilft, muss Patient "Y" noch lange nicht als hilfreich empfinden. Ein Beispiel: Empathisches Zugewandtsein (Interaktionsstruktur 2) korrelierte bei Patientin Nummer 3 mit einer starken Abnahme von psychischem Druck, während bei Patientin Nr. 5 das Gegenteil der Fall war.
 
Die Autoren verweisen auf einen Beitrag der Psychoanalytikerin Judy L. Kantrowitz (2001), die die psychotherapeutische Beziehung mit einer Schneeflocke vergleicht. Jede dieser Beziehungen ist einzigartig und doch findet sich ein gemeinsames Grundgerüst - im Fall der vorliegenden Studie wird das Grundgerüst aus den vier Interaktionsstrukturen gebildet, welche die Autoren festmachen konnten.(Quelle)
 
Wenn Sie , liebe Leser diese Eigenschaften an sich , oder Ihren Kindern festmachen, melden Sie sich ab September 2013 zu einer Einzelsitzung in meiner Sprechstunde (per email, per Telefon).
 

3 Kommentare zu Die Borderlinestörung in der Praxis- Warum sie so schwierig zu behandeln ist:

RSS-Kommentare
Bordinadine on Sonntag, 4. Mai 2014 18:26
Finde ich sehr passend erklärt.Finde mich dort zu 100 Prozent wieder.Ich wechsele fast täglich meine Meinung und Auffassung.Heute schwarz morgen weiß.Dazwischen fast nie.Bin 24 und dreifache Mama.Ich habe Panik davor,das mir mein Selbstzerstörungsmechanismus ²weggenommen²wird.Kann nicht brechen.Darf es mir überhaupt gut gehen??? Bin ich eine Last für meine Mitmenschen.Ich bestehe aus Mauer(n). Meine Adoptiveltern sagen mach ne Therapie.Sie haben Recht.Aber danach?Mustermama?Noch 10 Diagnosen.??? Ich weiß nicht was und wie momentan.Vielleicht ist der Zug auch weg keine Ahnung......
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Iris on Freitag, 16. Oktober 2015 21:35
Es sollte nicht nur der Betroffene therapeutisch behandelt, sondern auch Angehörige miteinebzogen werden!
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Nasstasja Davidoff on Montag, 27. Februar 2017 07:40
Ich bin nun schon 52 Jahre alt und auch Borderline Patientin. War schon etliche Male in Psychiatrien, Psychosomatischen Kliniken und ambulanten Therapeuthen. Ich kann nur berichten diese Krankheit ist der Horror Pur. Man eckt überall an und die meisten Mitmenschen verstehen nur Bahnhof wenn man beispielsweise mal wieder irgendwelche extremen Ausraster hat. Ich vergleiche mich gerne mit einem Terrier, die brauchen auch ständig Action egal ob positiv oder negativ, Hauptsache es passiert was und man stirbt nicht vor Langeweile
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